Klinik-Kompetenz-Bayern startet „Hygiene-Offensive“

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31.05.2011

Klinik-Verbund für rasche Umsetzung der neuen Hygiene-Standards  

Mit qualifizierter Fortbildung und regelmäßigem Erfahrungsaustausch begegnet die Genossenschaft „Klinik-Kompetenz-Bayern“ (KKB) den berechtigten Forderungen nach dem verbesserten Schutz vor Infektionen im Krankenhaus. Eine der ersten Initiativen des im Januar neu gegründeten Klinikverbunds, dem 25 Kliniken kommunaler und frei gemeinnütziger Träger angehören, widmet sich der Klinik-Hygiene. Die Main-Klinik Ochsenfurt gehört zu den Gründungsmitgliedern der Genossenschaft und ist aktiv am Hygiene-Projekt beteiligt.

Die Fachleute der Krankenhäuser erarbeiten derzeit gemeinsame „Best-practice“-Regelungen. Die Vorgaben der neuen bayerischen Hygieneverordnung (MedHygV), die am 1. Januar 2011 in Kraft trat, und die geplante Erweiterung bzw. Ergänzung des nationalen Infektionsschutzgesetzes sollen zeitnah umgesetzt werden.

Projektgruppenmitglied Ronald Reichenberg, Hygienefachkraft der Kliniken Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim und Landesvorstand Bayern der Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschland (VHD) hat in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und Prof. Dr. Christiane Höller vom bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ein Rahmenkonzept für die Schulung und Ausbildung von „Hygienespezialisten“ entworfen. Diese Weiterbildungsmaßnahme für Pflegekräfte wird aktuell konzipiert und im Herbst 2011 innerhalb der Klinik-Kompetenz-Bayern angeboten. „Wir wollen ein effektives, sinnvolles und vor allem auch bezahlbares Hygienemanagement in unseren Kliniken“, so Reichenberg von der Projektgruppe Hygiene.

Nächstes Hygiene-Treffen
In Kürze werden sich die Hygiene-Fachleute der Genossenschaft wieder treffen, um weitere Bausteine zur Verbesserung der Hygiene- und Infektionsprävention zu erarbeiten. Einen besonderen Schwerpunkt wird der Umgang mit resistenten Erregern bilden. Weiteres Schwerpunktthema wird die Etablierung eines Antibiotika-Managements in den Kliniken werden, um die Entstehung von Antibiotika-Resistenzen zu verhindern. Hierzu wird ebenfalls noch in diesem Jahr ein Tagesseminar für die Ärzte der KKB angeboten.

„Mit diesen umfangreichen Schulungs- und Informationsmaßnahmen werden wir die vorhandenen Kenntnisse unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Infektionen, den Infektionsrisiken sowie den erforderlichen Präventionsmaßnahmen vertiefen, um so weitere Erfolge im Kampf gegen die Keime verzeichnen zu können“, so Stefan Schilling, kaufmännischer Leiter der Klinik Neustadt/Aisch und Leiter des KKB-Hygiene-Projekts.

Bei der Umsetzung der neuesten Hygienerichtlinien erwarten die Verantwortlichen der Genossenschaft, dass die Kliniken den gleichen finanziellen Ausgleich für den notwendigen Mehraufwand erhalten wie ihn der aktuelle Entwurf des nationalen Infektionsschutzgesetzes bisher nur für die niedergelassenen Ärzte vorsieht. „Diese Ungleichbehandlung lässt sich sachlich nicht begründen“ so die einhellige Meinung in den Mitgliedskliniken.


Hintergrund-Info: Klinik-Kompetenz-Bayern eG (KKB)
Der Klinikverbund wurde in der Rechtsform der Genossenschaft am 20. Januar 2011 im Beisein von Staatsminister Dr. Markus Söder in Weißenburg/Bayern gegründet.

Ziel der Genossenschaft ist es, die kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken besser miteinander zu vernetzen. Dadurch soll die flächendeckende Klinikversorgung in Bayern dauerhaft und auf hohem Niveau gesichert werden. Die „Klinik-Kompetenz-Bayern“ will die Wettbewerbsfähigkeit und die Marktposition der einzelnen Mitgliedskliniken durch Know-how-Transfer und Erfahrungsaustausch stärken.

Die KKB startete gleich zu Beginn mit zahlreichen konkreten Projekten. Darunter sind Themen wie Benchmark und Controlling, Interne Revision, Kodierung und MDK, Hygiene, Einkauf, Personalentwicklung, Förderberatung sowie Rechts- und Vertragswesen.

Dem freiwilligen Verbund angeschlossen sind bei der Gründung insgesamt zehn Träger mit 25 kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken in Bayern. 4.097 Betten im akutstationären Bereich und 218 Reha-Betten werden künftig von der Klinik-Kompetenz-Bayern repräsentiert. Seit vielen Jahren arbeiten die Gründungsmitglieder eng zusammen. Mit der Gründung der Genossenschaft wollen die Krankenhäuser diese Kooperation institutionalisieren, ohne dass die Kliniken dabei ihre Selbständigkeit aufgeben.

Neben den Kliniken des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen (Kreisklinik Gunzenhausen, Kreisklinik Weißenburg) beteiligen sich die Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH (Klinik am Eichelberg, Steigerwaldklinik Burgebrach, Juraklinik Scheßlitz), das Klinikum Fürth, die Kliniken des Landkreises Neustadt/Aisch – Bad Windsheim (Klinik Neustadt/Aisch, Klinik Uffenheim, Klinik Bad Windsheim), die Kliniken Nordoberpfalz AG (Krankenhaus Tirschenreuth, Krankenhaus Waldsassen, Krankenhaus Kemnath, Steinwaldklinik Erbendorf, Klinikum Weiden, Krankenhaus Eschenbach, Krankenhaus Vohenstrauß, Krankenhaus Neustadt a.d. Waldnaab) die Kliniken im Naturpark Altmühltal (Klinik Eichstätt, Klinik Kösching), die Hassberg-Kliniken (Krankenhaus Haßfurt, Krankenhaus Ebern, Klinik in Hofheim), die Kreisklinik Roth, das Waldkrankenhaus St. Marien gGmbH-Erlangen und die Main-Klinik Ochsenfurt gGmbH an der Genossenschaft.

Der nebenamtlich tätige Vorstand besteht aus Josef Götz (Kliniken Nordoberpfalz), Jürgen Winter (Kliniken des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen) und Dr. Alexander Schraml (Main-Klinik Ochsenfurt).