Krankenhausfinanzierung weiterhin in der Kritik

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10.12.2015

Beim Podium auf dem Hesselberg diskutierten unter anderem (v.l.): Jürgen Winter (Klinikum Altmühlfranken), Prof. Dr. Alexander Schraml (Main-Klinik Ochsenfurt), Peter Krappmann (Klinikum Fürth), Dr. Karl Vetter (FREIE WÄHLER), Bernhard Seidenath (CSU), Kathi Petersen (SPD), Herwig Heide (Abteilungsleiter Krankenhaus im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege) und Manfred Wendl (Klinikum St. Marien Amberg).

Beim Podium auf dem Hesselberg diskutierten unter anderem (v.l.): Jürgen Winter (Klinikum Altmühlfranken), Prof. Dr. Alexander Schraml (Main-Klinik Ochsenfurt), Peter Krappmann (Klinikum Fürth), Dr. Karl Vetter (FREIE WÄHLER), Bernhard Seidenath (CSU), Kathi Petersen (SPD), Herwig Heide (Abteilungsleiter Krankenhaus im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege) und Manfred Wendl (Klinikum St. Marien Amberg).

 

KKB-Jahrestagung auf dem Hesselberg


Hochkarätig besetzt war das Podium der diesjährigen KKB-Tagung auf dem Hesselberg (Wassertrüdingen/Mittelfranken). Die Genossenschaft „Klinik-Kompetenz-Bayern“ konnte neben Herwig Heide, dem Abteilungsleiter Krankenhaus im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, die gesundheitspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen von CSU, SPD und FREIE WÄHLER begrüßen. Sie standen den Geschäftsführern und Vorständen, den Ärztlichen Direktoren und Pflegedirektoren Rede und Antwort.

Mittelpunkt der Debatte waren das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG), die Krankenhausplanung und die Investitionsfinanzierung durch den Freistaat Bayern.
Die Main-Klinik Ochsenfurt ist Mitglied des Klinik-Verbundes „KKB“.

Dr. Karl Vetter (FREIE WÄHLER) begrüßte die Krankenhausreform, da damit die Qualität in der Gesundheitsversorgung und die sektorenübergreifende Versorgung, die Verzahnung von ambulant und stationär, in den Mittelpunkt gerückt worden sei. Dem widersprach der KKB-Aufsichtsratsvorsitzende Peter Krappmann (Fürth). Qualität sei bereits seit langem das vorherrschende Thema in den Kliniken. So werde sowohl über Zertifizierungen als auch über Ergebnisqualitätsmessungen (zum Beispiel über die Initiative Qualitätsmedizin – IQM) besonderes Augenmerk darauf gelegt. Auf die intensive Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten beispielsweise bei den KV-Bereitschaftspraxen, bei Beleg- und Honorarärzten wies KKB-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Alexander Schraml (Ochsenfurt) hin. Schraml ist gleichzeitig auch Geschäftsführer der Main-Klink Ochsenfurt.

Massive Kritik von den Klinikdirektoren ernteten Heide und Bernhard Seidenath (CSU) als sie das Krankenhausstrukturgesetz als Fortschritt lobten und die Investitionsförderung durch den Freistaat Bayern als ausreichend bezeichneten. Manfred Wendl (Amberg) – neu gewähltes KKB-Vorstandsmitglied – stellte klar, dass mit dem KHSG allenfalls Schlimmeres verhindert werden konnte. Die strukturellen Defizite in der Klinikversorgung seien jedoch nicht behoben worden. Zum Defizit vieler Kliniken trage auch bei, dass der Freistaat Bayern beispielsweise Außenanlagen, Küchen und Interimsmaßnahmen während der Bauzeit nicht fördere. Außerdem hinke die Finanzierung der medizinischen Ausstattung weit hinter den Notwendigkeiten zurück. Die dadurch verursachten finanziellen Belastungen müsse der Klinikträger schultern. Dennoch werde auch von den Kliniken anerkannt, dass in Bayern notwendige Baumaßnahmen auch weiterhin gefördert werden.

Eine grundlegende Diskussion zur Funktion der Krankenhausplanung forderte Kathi Petersen (SPD) an. In der Vergangenheit habe eine Auseinandersetzung mit diesem Thema faktisch nicht stattgefunden. Wenn man aber auf Dauer eine flächendeckende wohnortnahe Versorgung gewährleisten will, dann bedarf es hier einer aktiven Rolle des Freistaats Bayern.

Mit einem dringenden Appell an die politisch Verantwortlichen, sowohl im Bund als auch im Freistaat Bayern für eine Verbesserung der Finanzierungsgrundlagen für Kliniken zu sorgen  schloss KKB-Vorstandsmitglied Jürgen Winter (Weißenburg-Gunzenhausen) die Podiumsdiskussion.

Was ist die KKB?  

Mit dem Ziel, die kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken effektiv zu vernetzen, hat die Klinik-Kompetenz-Bayern, eine eingetragene Genossenschaft (eG), im Januar 2011 die gemeinsame Arbeit aufgenommen. Dem freiwilligen Verbund angeschlossen sind mittlerweile insgesamt 30 Träger mit 62 leistungsstarken kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken in Bayern. Rund 10.850 Betten im akutstationären Bereich und 365 Reha-Betten werden von der Klinik-Kompetenz-Bayern repräsentiert. Der Verbund versorgt jährlich rund 1 Mio. Patienten.
Durch den Zusammenschluss und die Vernetzung der Kompetenzen können die Kliniken die medizinische Versorgung auf höchstem Niveau sicherstellen und damit auch im Wettbewerb besser bestehen. Die Kliniken geben dabei ihre Selbstständigkeit nicht auf.
Weitere Infos über den Klinik-Verbund gibt es im Internet unter www.klinik-kompetenz-bayern.de




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