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14.06.2013

Anästhesiepflegekraft Manuela Polifka trainiert mit der Firma Iglhaut die Herzlungenwiederbelebung an einer Puppe. Hier im Bild mit Geschäftsführer Michael Iglhaut.

Anästhesiepflegekraft Manuela Polifka trainiert mit der Firma Iglhaut die Herzlungenwiederbelebung an einer Puppe. Hier im Bild mit Geschäftsführer Michael Iglhaut.

Reanimations-Training in der Main-Klinik: Anästhesiepflegekraft Manuela Polifka und Dr. Erdmuthe Hummel (links im Bild) mit einem Teil der Iglhaut-Belegschaft.

Reanimations-Training in der Main-Klinik: Anästhesiepflegekraft Manuela Polifka und Dr. Erdmuthe Hummel (links im Bild) mit einem Teil der Iglhaut-Belegschaft.

Firma Iglhaut trainiert Reanimation


Ein ganz normaler Nachmittag in der Firma Iglhaut in Marktbreit. Plötzlich ertönen Hilferufe. Der Hausmeister der Firma kommt in die zentrale Serviceannahme gerannt und fordert die Hilfe der Mitarbeiterin. Ein Arbeitskollege sei zusammengebrochen. Die Mitarbeiterin setzt einen Notruf ab und rennt zu dem am Boden liegenden Kollegen, bei dem bereits eine weitere Mitarbeiterin kniet und versucht, eine mögliche Atmung zu erkennen. Nichts. Beide Kolleginnen beginnen in blinder Teamarbeit mit der Reanimation. Diesem spontanen und beherzten Handeln der beiden Frauen verdankt der Mitarbeiter der Firma Iglhaut heute sein Leben. Der Mann wurde anschließend in der Main-Klinik Ochsenfurt weiter versorgt.

Der Vorfall sitzt noch heute in den Knochen. Wie wichtig die Herzlungenwiederbelebung ist, hat das komplette Team der Firma Iglhaut live miterlebt. Für Geschäftsführer Michael Iglhaut genug Anlass, dieses wichtige Thema zu vertiefen und zusammen mit dem Ärztlichen Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin der Main-Klinik, Dr. Joachim Stenzel, ein Reanimationstraining für das komplette Team zu planen.

„Mit jeder Minute, die vergeht, sinkt die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbelebung um zehn Prozent. Bereits nach drei bis fünf Minuten drohen irreversible Schäden im Gehirn“, betont Stenzel beim Wiederbelebungstraining, das kürzlich in der Main-Klinik stattfand. Beginnt ein medizinischer Laie hingegen sofort mit der Wiederbelebung, „dann haben auch die Profis nachher wesentlich bessere Chancen, zu helfen“.

Oberärztin der Anästhesie Dr. Erdmuthe Hummel und Anästhesiepflegekraft Manuela Polifka trainierten mit den Teilnehmern an einer Puppe die Wiederbelebung bei Herzstillstand. Wo muss ich drücken? Wie oft und wie schnell? Das alles konnte an diesem Trainings-Abend geübt werden. Aufgrund des großen Interesses bei der Iglhaut-Belegschaft fand kurz darauf ein weiterer Kurs statt.

Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise 80 000 bis 100 000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jeden kann es treffen. Die Betroffenen sind auf schnelle Hilfe angewiesen. Doch die Bereitschaft von Laien, Wiederbelebungsmaßnahmen nach einem plötzlichen Herzstillstand durchzuführen, ist in Deutschland mit 15 Prozent im internationalen Vergleich alarmierend niedrig. Gründe dafür sind oftmals die Angst, etwas falsch zu machen und eine unzureichende Ausbildung in Erster Hilfe.

Dabei sind die Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen einfach. „Man kann dabei nichts falsch machen. Der einzige Fehler ist, nichts zu tun“, bestärkt Stenzel.

Michael Iglhaut bewundert noch immer den Mut und den Einsatz der Helferinnen. „Die beiden waren so sehr in ihr Machen vertieft, dass sie nicht einmal die Frage nach Ablöse mitbekamen. Sie haben einfach weitergedrückt und beatmet“.