Die Ehrenamtliche vom Empfang

Seniorenzentrum Estenfeld > Aktuelles

10.12.2014

Ursula Scheller bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Seniorenzentrum Estenfeld.

Ursula Scheller bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Seniorenzentrum Estenfeld.

Das hätte Ursula Scheller sich vor wenigen Wochen nicht träumen lassen: Drei Mal pro Woche sitzt die gebürtige Würzburgerin für drei Stunden am Empfang des Seniorenzentrums Estenfeld. Dabei mochte sie Krankenhäuser und Pflegeheime nie. Doch Scheller hat sich entschieden. Sie möchte ehrenamtlich tätig sein. Damit bereichert sie das Leben in dem Seniorenheim.
Alles begann mit einem Pflichtbesuch in der Estenfelder Einrichtung.
Scheller, seit 1971 in Estenfeld wohnend, schaute bei einer Bekannten ihrer Schwiegereltern vorbei. Zumindest wollte sie das. Der Empfang war nicht besetzt; also machte sich Scheller selbst auf die Suche. Das Haus fand sie zwar anheimelnd, aber fündig wurde sie nicht so schnell.
Das muss sich ändern, dachte sich Scheller. Da sie, wie sie selbst sagt, „eine Frau der Tat, nicht der vielen Worte“ ist, bot sie Pflegedienstleiterin Kathrin Weidenbusch ihre Hilfe am Empfang an. Die nahm gerne an. In einem Seniorenheim hat das Personal meist gut damit zu tun, die Bewohner zu pflegen. Zeit, sich an die Pforte zu setzen, bleibt selten.
Mit Ursula Scheller war eine Ehrenamtliche für diese Aufgabe gefunden. Am 22. September fing sie am Empfang an. Seitdem kümmert sie sich um kleine, aber trotzdem wichtige Angelegenheiten. Scheller nimmt Besucher in Empfang und lotst sie an die gewünschte Stelle im Haus; sie nimmt die Essenswünsche der Bewohner auf, bespricht mit ihnen deren kleine oder große Sorgen. Der Apothekenservice liefert bei ihr Medikamente ab; sie nimmt die Post entgegen. Manchmal besorgt Scheller den Senioren Zeitschriften oder bringt sie mit ihren Rollstühlen von A nach B.
Das Geld bedeutet Ursula Scheller bei ihrem Engagement nicht so viel. Ihr Hauptlohn besteht im Kontakt mit den Bewohnern, im Gefühl, helfen zu können. 32 Jahre arbeitete die Wahl-Estenfelderin in der Buchhaltung. „Eine ganz andere Welt“, sagt sie. Im Seniorenzentrum begeistere sie, „wie man hier auf die Menschen zugeht“.
Scheller gehört zu sieben Ehrenamtlichen, die das Estenfelder Pflegeheim mitprägen. In allen acht Häusern der Senioreneinrichtungen des Landkreises helfen 150 Menschen freiwillig mit. Der Internationale Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember soll die Arbeiter für das Wohl der Gemeinschaft würdigen.
Auch Ursula Scheller kann sich geehrt fühlen.

Text: Steffen Standke, Main-Post.




Gedruckt von: http://www.kommunalunternehmen.de/newsdetails.html