Mehr Urlaub und mehr Zuschüsse für die Mitarbeiter

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01.02.2012

Das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg als familienfreundlicher Arbeitgeber

Fachkräftemangel - er wird gerade in der Pflegebranche immer mehr zum Problem. Gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter sind schwer zu finden - und zu halten. Die Antwort des Kommunalunternehmens des Landkreises: das Konzept Familienfreundlicher Arbeitgeber, nicht nur für Mitarbeiter in der Pflege. Und das wurde zu Jahresbeginn nachgebessert.
 
Seit 2010 gibt es dieses Konzept, das Fachkräfte fürs KU - und speziell Mitarbeiter mit Kindern - gewinnen und halten soll. Die zwei tragenden Säulen: Zusatzurlaub für Eltern und ein Betreuungszuschuss.
 
Bei ersterem erhält jeder Beschäftigte für Kinder bis zum vollendendeten zehnten Lebensjahr zwei Tage im Jahr zusätzlichen Urlaub. Egal, wann das Arbeitsverhältnis beginnt oder endet, oder wann das Kind geboren wird beziehungsweise zehn Jahre alt wird.
 
Bei mehreren Kindern gibt es den Zusatzurlaub nur einmal; wird er nicht genommen, verfällt er am Jahresende oder wenn das Arbeitsverhältnis endet. Teilzeitbeschäftigte bekommen ihn anteilig.
 
Den Zuschuss erhalten KU-Beschäftigte auf Nachweis für eine Betreuung in Kinderkrippen, -garten oder bei Tagesmüttern. Er beträgt monatlich maximal 100 Euro. Haben mehrere Beschäftigte – zum Beispiel Ehepartner – Anspruch auf den Zuschuss, wird er nur einmal gewährt. Es gibt ihn für maximal zwei Kinder – auch wenn die Familie mehr hat.
 
Mit dem 1. Januar hat das KU sein Konzept für die 800 Beschäftigten um den Aspekt der Pflegebedürftigkeit erweitert. Jeder Beschäftigte, der Angehörige pflegt, erhält bei Bedarf zwei Tage Zusatzurlaub pro Kalenderjahr. Der Betreuungsaufwand muss „über die übliche familiäre Verbundenheit hinausgehen“, wie es im Konzept heißt. Und er darf nicht anderweitig gedeckt werden. Bei mehreren pflegebedürftigen Angehörigen wird der Zusatzurlaub nur einmal gewährt.
 
Mit unbezahlte. Auszeiten oder Teilzeitregelungen von mehreren Wochen oder Monaten, die einem Arbeitnehmer per Gesetz für die Pflege von Angehörigen zustehen, hat das KU-Konzept nichts zu tun. Es geht darüber hinaus. „Wir wollten einen möglichst unbürokratischen Weg. Es ist viel Vertrauensbasis und Abwägungssache“, sagt KU-Chef Alexander Schraml.
 
Eine weitere Neuerung: Wird der KU-Beschäftigte oder ein Angehöriger pflegebedürftig, hat er ein Belegungsvorrecht für die Pflegeheime der Senioreneinrichtungen. Auch, wenn er schon im Ruhestand ist.
 
16000 Euro kostete der Betreuungszuschuss für Kinder das KU vergangenes Jahr, so Personalleiter Bernhard Wallrapp. Geld, das gut angelegt scheint: „In der Altenpflege haben wir weniger Besetzungsprobleme als früher.“ Und Schraml ergänzt: „Die Tatsache, dass wir das neue Pflegeheim in Kürnach ohne Personalsorgen eröffnen, spricht für sich.“ Auch für das Seniorenzentrum Eibelstadt ab 1. Juli habe er keine Bedenken.

Text: Steffen Standke, Main-Post